Digitales Bauen – das sind die 5 wichtigsten Trends der Baubranche

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Die Bauwirtschaft macht große Fortschritte in Bezug auf die Digitalisierung. So hält digitales Bauen zunehmend Einzug auf den Baustellen und fördert durch Technologie die Steigerung der Effizienz. Fünf wichtige Trends treiben dabei die Innovation und gleichzeitig Transformation der Baubranche.

Das Jahr 2022 ist geprägt von einer langsamen, aber stetig fortschreitenden Digitalisierung der Baubranche. Digitales Bauen gewinnt immer stärker an Bedeutung, denn es ist vielfältig und sorgt neben einem Produktivitätsgewinn auch für Nachhaltigkeit. Grundsätzlich reduzieren digitale Anwendungen den Papierbedarf, verhindern aber auch Mängel am Bau, sparen Zeit und so ganz nebenbei gelingt auch das nachhaltige Bauen. Es gibt wohl kaum einen Prozess, der nicht durch die Digitalisierung bewältigt werden kann. Effizienzgewinn ist das große Ziel für die Bauwirtschaft, denn der Fachkräftemangel und die Materialknappheit erfordern einen effizienteren Einsatz der Ressourcen. Trotzdem bleibt am Ende auch das digitale Bauen eine handwerkliche Tätigkeit, denn ganz ohne menschliche Mithilfe lassen sich auch digitale Prozesse nicht abbilden.

Die Transformation der Bauwirtschaft ist durch verschiedene Trends gekennzeichnet. 4builders stellt die wichtigsten kurz vor:

BIM ist das Schlagwort

Building Information Modeling, kurz BIM, hat die Baustellen bereits revolutioniert. BIM sorgt dafür, dass alle Parteien an einem Bauprojekt digital zusammenarbeiten können. Anhand eines sogenannten 5D-Modells, dem digitalen Zwilling, wird die Plangenauigkeit gesteigert und gleichzeitig für mehr Transparenz gesorgt. Umfragen haben ergeben, dass die meisten Akteure der Bauwirtschaft BIM als den idealen Weg sehen. Das setzt allerdings auch voraus, dass die Arbeitsprozesse ebenfalls digitalisiert werden.

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Bausoftware

Digitales Bauen – dazu gehört auch die entsprechende Bausoftware. Die Software erleichtert die Tätigkeiten auf der Baustelle und macht sie effizienter und leichter. Verzeichnet werden zum Beispiel Baufehler, noch nicht erledigte Leistungen oder Pläne zu dreidimensionalen Modellen. Alle Fakten sind somit an einem Ort gebündelt und der Datenaustausch kann in Echtzeit mit den erforderlichen Personen erfolgen. Zur Auswertung aller erfassten Daten leistet die Software einen wertvollen Dienst. Lange Bearbeitungszeiten für die Nachbearbeitung sind damit überfällig geworden, denn auf Knopfdruck liefert das System alle Informationen.

KI auf der Baustelle

Digitales Bauen bedeutet auch, dass Künstliche Intelligenz (KI) auf den Baustellen zum Einsatz kommt. Das beste Beispiel ist das Aufspüren von Mängeln. Für einen Menschen sind Kontolltätigkeiten aufwendig und lange andauernd. Die KI dagegen kann innerhalb kurzer Zeit tausende Bilder durchsuchen. Sollte die KI auf Schäden treffen, kann sie den Menschen darüber informieren. KI ist auch beim Einsatz autonomer Baumaschinen sehr nützlich. Sie unterstützt digitale Lösungen und hilft dem selbstfahrenden Bagger die Umgebung einzuschätzen. Die Künstliche Intelligenz wird auch in Zukunft eine immer größere Rolle auf den Baustellen spielen.

Effizienzsteigerung durch modulares Bauen

Modulares Bauen rückt immer mehr in den Fokus. In den vergangenen Jahren konnte sich modulares Bauen immer mehr in der Baubranche festigen. Es handelt sich dabei um ein Verfahren, bei dem hauptsächlich vorgefertigte Bauteile zum Einsatz kommen. Die Teile werden auf den Baustellen lediglich zusammengesetzt. Daraus entsteht dann die Fassade des Projekts. Tatsächlich ist es auf diese Weise möglich, eine Fassade in einem Tag zu errichten. Diese Methode wird aber auch für den Innenausbau verwendet. Vieles spricht für modulares und serielles Bauen. Ressourcen und Kosten werden eingespart und insgesamt weniger Fachkräfte benötigt. Außerdem ist die Methode zeitsparend und reduziert die Einsatzzeit von Arbeitskräften. Auch ist diese Bauweise nachhaltig, da hier immer mehr auf natürliche Baustoffe, wie zum Beispiel Holz, gesetzt wird.

Roboter bringen Schwung auf den Baustellen

Science-Fiction auf den Baustellen war gestern. Heutzutage sorgen Roboter für digitales Bauen. Sie sind besonders dort nützlich, wo Arbeiten stupide, zu gefährlich und schwierig erreichbar sind. Ebenso verkürzen sie die Arbeitszeit und sind auch da gefragt, wo standardisierte Prozesse mit großer Präzision nötig sind. Hinzu kommt, dass die Arbeiter von schweren körperlichen Arbeiten entlastet werden können. Roboter kommen in funktionaler und in humanoider Form, sowie auf der Erde oder auch als Drohnen in der Luft zum Einsatz.

3D-Druck

3D-Druck hat sehr viel Potenzial. Mit großem Interesse betrachten die Verantwortlichen der Bauindustrie die Möglichkeiten, mittels 3D-Druck alle Gebäudeteile anfertigen zu lassen. Sobald alle Materialien vorhanden sind, arbeiten die 3D-Drucker ohne Unterbrechung. Ein besonderes Plus für digitales Bauen ist die Effizienzsteigerung. Durch einen 3D-Drucker kann der Materialverbrauch exakt berechnet werden, was zu einer Kosteneinsparung führt. 3D-Modelling hat eine große Zukunft. Bis jetzt sind es nur wenige Häuser, die im 3D-Druck-Verfahren hergestellt wurden. Mithilfe dieser neuen Technologie können Häuser jedoch in der Zukunft deutlich schneller gebaut werden. 

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Ob Robotik, künstliche Intelligenz oder modulares Bauen, die Zeit ist reif für eine Transformation der Baubranche. Somit führ am digitalen Bauen mittlerweile kein Weg mehr vorbei.

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Autor/Autorin

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Roland Riethmüller
Freier Autor für 4builders.
Roland Riethmüller ist freier Autor für 4builders.net, sowie Gründer und Chefredakteur von Meistertipp.de, dem digitalen Unternehmermagazin für die Bauwirtschaft. Mit seinem IT-Background und der Leidenschaft für Content schafft er es, die Digitalisierung in der Bauwirtschaft zu fördern und beide Welten miteinander zu verbinden. Neben der journalistischen Tätigkeit organisiert der diplomierte Marketingexperte seit 2017 das “Handwerkscamp” als Barcamp für Fachleute aus dem Bauhandwerk sowie seit 2018 die Startup-Messe TECH IN CONSTRUCTION.

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