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GeoBIM – Wie das BIM-Modell eingebettet in GIS-Daten Rückschlüsse auf Nachhaltigkeit zulässt

GeoBIM hilft, Bauwerke nachhaltiger zu gestalten. Quelle: DeepMind / Unsplash
Bei GeoBIM werden historische GIS-Daten mit aktuellen BIM-Daten verknüpft, um Bauwerke in einem größeren Kontext zu betrachten. Welche Vorteile bringt das? Und wie wirkt sich das auf die Nachhaltigkeit von Projekten aus? Ein Überblick über die wichtigsten Fakten zu GeoBIM.

Bauwerke wirken sich auf ihre Umwelt aus und umgekehrt. Diese Auswirkungen müssen bei Planung, Bau und Betrieb beachtet werden, egal, ob es sich um eine Brücke, ein Hochhaus oder eine Straße handelt. Die Daten von Geoinformationssystemen (GIS) sind daher für die Baubranche enorm wichtig. GeoBIM verbindet sie mit Building Information Modeling (BIM) – um Prozesse zu vereinfachen, die Zusammenarbeit aller Beteiligten zu verbessern und mehr Nachhaltigkeit zu erreichen.

Das steckt hinter GeoBIM

Bei GeoBIM werden die GIS-Daten und die BIM-Daten über Schnittstellen miteinander verknüpft. Dadurch entsteht eine zentrale Datenbank, die neben den Daten für das geplante Bauwerk und sein BIM-Modell auch Informationen über die Umgebung und Infrastruktur enthält. Je nachdem, welche GIS-Daten genutzt werden, können zudem Informationen über die Sozioökonomie, Ökosysteme, Wetterereignisse, seismische Aktivitäten und weitere Geo-Daten dazugehören.

Mithilfe der BIM-GIS-Integration lassen sich Bauwerke in einer größeren Perspektive betrachten, als dies bei reinen BIM-Modellen der Fall ist. So können sie von Beginn an im Kontext der Umgebung gestaltet und beispielsweise an Versorgungsleitungen oder Straßen angepasst werden.

Bei GeoBIM werden die Informationen der verschiedenen Systeme in der Regel gemeinsam in einer Cloud gespeichert, sodass alle Projektbeteiligten jederzeit darauf zugreifen können. Das bringt einerseits den Vorteil, die benötigten Daten nicht jedes Mal konvertieren zu müssen. Andererseits können GIS-Experten und Planer so gemeinsam in einer Umgebung arbeiten.

Welche Vorteile die BIM-GIS-Integration hat

GeoBIM erlaubt es also den Projektbeteiligten, das Bauvorhaben gemeinsam in einem größeren, realen Kontext zu betrachten und zu planen. Das ist hilft ihnen, fundierte Entscheidungen zu treffen und ist unter anderem für die Gestaltung von intelligenten Landschaften, Smart Cities und widerstandsfähigen Infrastrukturen wichtig.

Zudem lässt sich mithilfe der BIM-GIS-Integration von Anfang an prüfen, wie sich Projekte sozial, wirtschaftlich und ökologisch auf ihre Umgebung auswirken. Das reduziert das Risiko, genehmigungspflichtige Aspekte zu übersehen und sorgt für eine frühzeitig rechtlich stimmige Planung. Hinzu kommt: Mithilfe von GeoBIM-Modellen können Bürger geplante Projekte samt ihren Auswirkungen anschaulich erklärt bekommen. Das macht es wahrscheinlicher, dass sie zustimmen.

Die Integration von GIS- und BIM-Daten spart Zeit, Ressourcen und Kosten. Und das nicht nur bei der Planung und Konzeption. Auch für das Facility Management und das städtische Datenmanagement ist die zentrale Datenbank mitsamt Digitalem Zwilling nützlich.

Das bringt GeoBIM für die Nachhaltigkeit

Die Analysen, die mit GeoBIM möglich sind, helfen den Planern, nachhaltige Entscheidungen zu treffen. So lässt sich beispielsweise mithilfe räumlicher Analysen herausfinden, wie hoch eine Lärmschutzwand neben Gleisen sein muss, um die umliegenden Häuser ausreichend zu schützen. Auch kann man im Modell visualisieren, wie die Wand Schatten wirft oder wo sie Feuchtgebiete kreuzen würde.

Im Bereich Smart City können Städte mit der BIM-GIS-Integration ermitteln, wie viel Regenwasser in einem Stadtgebiet aufgefangen werden kann. Dadurch können sie beispielsweise entsprechende Wassersammelstellen planen, um Trockenheit und Hitze entgegenzuwirken.

Auch lässt sich mit GeoBIM analysieren, ob ein geplantes Gebäude in einem Risikogebiet für Hochwasser steht. Und wenn ja, welche Maßnahmen es und umliegende Bauwerke schützen können. Das Gleiche gilt für die Gefahr von Erdbeben und anderen Naturkatastrophen.

Hinzu kommt: Mithilfe der GIS-Daten über die klimatischen Bedingungen der Umgebung können Architekten auch das Energieverhalten von Bauwerken simulieren – und anhand der Ergebnisse das Gebäude energiesparender planen. Gleiches gilt für den Betrieb: Die BIM-GIS-Integration erlaubt es, sowohl die Auswirkungen des Baus auf die Umwelt als auch andersherum zu überwachen.

GeoBIM ist Teil der Bauzukunft

GeoBIM hat das Potenzial, die Baubranche nachhaltiger zu gestalten. Die Integration von historischen GIS- und aktuellen BIM-Daten kann genutzt werden, um den Einsatz von Ressourcen und die Auswirkungen auf die Umwelt zu optimieren, Energie einzusparen und – Stichwort Naturkatastrophen – die Sicherheit zu verbessern.

Autor/Autorin

Vanessa Möller Projekt-Management Programm
Vanessa Michaeli
Freie Autorin
Vanessa Michaeli ist freie Autorin für 4builders.net. Sie arbeitet als freie Redakteurin und ist Lehrbeauftragte an der Universität Würzburg und der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt. Sie hat VWL und Wirtschaftsjournalismus an der Universität Würzburg studiert und bei der Neuen Zürcher Zeitung in Zürich volontiert.
Vanessa Möller Projekt-Management Programm
Vanessa Michaeli
Freie Autorin
Vanessa Michaeli ist freie Autorin für 4builders.net. Sie arbeitet als freie Redakteurin und ist Lehrbeauftragte an der Universität Würzburg und der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt. Sie hat VWL und Wirtschaftsjournalismus an der Universität Würzburg studiert und bei der Neuen Zürcher Zeitung in Zürich volontiert.

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