Suchen Sie nach 
Beiträgen
Unternehmen
Software
Events
Seminaren
Lehrgängen

Digitalisierung ist kein Selbstzweck. Matthias Kaufhold im Interview

Matthias Kaufhold steht vor Gebäude
Matthias Kaufhold, Quelle: Lena Keller
Mit BIM und seinen Chancen befasst sich Matthias Kaufhold – wir sprachen mit dem Experten vom BIM-Institut der Bergischen Universität Wuppertal.

Ist Digitalisierung im Immobilienbetrieb gleichbedeutend mit dem Einsatz der BIM-Methode?

Matthias Kaufhold: Die BIM-Methode ist ein Baustein in der Digitalisierung des Immobilienbetriebs. Entsprechend umfasst die Digitalisierung im Immobilienbetrieb verschiedene Technologien und Methoden. Wenngleich das Thema BIM aus meiner Sicht weitgreifende Anwendungsmöglichkeiten und somit auch Potenziale bietet. Gleichzeitig sind die aktuellen Anwendungsmöglichkeiten sicherlich nur ein Zwischenschritt, und es werden noch deutlich mehr werden.

Wie schätzen Sie den aktuellen Stand der Digitalisierung im Immobilienbetrieb ein?

Matthias Kaufhold: Wir sehen zahlreiche Digitalisierungsvorhaben, die sich in der Entwicklung oder der Durchführung befinden. Das Thema scheint in jedem Fall in der Branche angekommen zu sein. Wenngleich es durchaus verschiedene Tiefen in den jeweiligen Ausprägungen von Digitalisierungsprojekten gibt, einige Beteiligte stark voranschreiten und andere noch abwartend reagieren.

In Summe erscheint mir ein Bewusstsein für die Notwendigkeit entstanden zu sein. Dies auch in dem Zusammenhang, um den wichtigen Treiber der Nachhaltigkeit bedienen und umsetzen zu können.

Welche Rolle wird die Digitalisierung in Zukunft spielen?

Matthias Kaufhold: An diesem Punkt kann ich nur eine Vermutung anstellen. Sie wird mehr und mehr zur Normalität. Wie dies in vielen Lebensbereichen bereits auch schon der Fall ist. Zumeist ist Digitalisierung ja kein Selbstzweck. Vielmehr ist sie ein „Enabler“, um Abläufe und Tätigkeiten besser zu gestalten. Aber auch, und dort wird es tatsächlich interessant, um neue Abläufe, Dienste, Services und Möglichkeiten zu schaffen. Mit neuen Technologien werden neue Möglichkeiten zur Anwendung entstehen.

Welche Hindernisse sehen Sie für die Digitalisierung in der Immobilienbranche?

Matthias Kaufhold: Wenn wir digitale Daten mit vielzähligen Beteiligten und Systemen austauschen wollen, werden wir gute und verlässliche Standards benötigen. Um dies zu erreichen, ist ein digitales Mindset von Bedeutung. Wenn die Beteiligten sowohl fachlich als auch digital denken und entsprechend handeln, werden wir uns in die Lage versetzen, Digitalisierung nicht als einen einzelnen abgeschlossenen Prozess oder ein umgesetztes Digitalisierungsprojekt zu verstehen.

Sie interessieren sich für die BIM-Methode und die wichtigsten Vorteile und Anwendungsmöglichkeiten der Digitalisierung im Immobilienbetrieb?

Vielmehr werden wir fortwährend unseren Arbeitsalltag durch die Anwendung von Technologien und digitalen Möglichkeiten stets weiter gestalten. Diese Kontinuität wird gelingen, wenn das digitale Mindset bei den Beteiligten vorhanden ist. Mit diesem entsprechenden Denken werden sich zum Beispiel die klassischen zu beachtenden Faktoren Prozesse, Daten, Technik, Rahmenbedingung und Mensch gut in Einklang bringen lassen.

Wie können die Hindernisse beseitigt werden?

Matthias Kaufhold: Es bedarf entsprechender Weiterbildung, Schulung und Interesse. Angebote bestehen hierzu bereits. Für die Digitalisierung im Public Real Estate wurde hierzu zum Beispiel eigens die Weiterbildung BIM Kommunal initiiert. Sie vermittelt Mitarbeitenden öffentlicher Bauverwaltungen und Gebäudewirtschaften umfassende Kenntnisse über die Digitalisierung und die Methode BIM. Dies reicht von Grundlagen der Strategiefindung bis hin zu rechtlichen Aspekten von Beschaffung und Vergabe. Digitalisierung ist an dieser Stelle nicht immer nur Daten und IT. Es geht auch darum, dieses zu managen. (Anm. d. Red.: Das Programm finden Sie hier.)

Das Gespräch führte Dr. René Majer (4builders).

,

KOMMENTARE

Sie müssen angemeldet sein. um einen Kommentar abgeben zu können.

0 Kommentare
Inline Feedbacks
View all comments

AUCH INTERESSANT

GeoBIM – Wie das BIM-Modell eingebettet in GIS-Daten Rückschlüsse auf Nachhaltigkeit zulässt

Bei GeoBIM werden historische GIS-Daten mit aktuellen BIM-Daten verknüpft, um Bauwerke in einem größeren Kontext zu betrachten. Welche Vorteile bringt das? Und wie wirkt sich das auf die Nachhaltigkeit von Projekten aus? Ein Überblick über die wichtigsten Fakten zu GeoBIM.

Die IntegBridge-Methode: Wie mit BIM im Brückenbau CO2 eingespart werden kann

Der Bau von Brücken in Deutschland ist für einen großen Teil der CO2-Emissionen im Bausektor verantwortlich. Bei der Entscheidung der Planungsvariante im Brückenbau ist leider immer noch der Preis entscheidend. Dabei übersteigen die Folgekosten die Lebenszykluskosten deutlich. Das Problem liegt darin, dass alle Planungsvarianten in Hinsicht auf den Lebenszyklus, Emissionsaufkommen und Kosten mit einem hohen Aufwand verbunden sind. Durch Building Information Modeling (BIM) kann sich das jedoch ändern und zu einer erheblichen CO2-Einsparung führen.

Was ich bisher über BIM nicht zu fragen gewagt habe

An BIM kommt die Baubranche kaum noch vorbei. Architekten, Ingenieurinnen, Bauherren – alle nutzen es. Fragen zur Thematik gibt es trotzdem etliche. Wir beantworten acht von denen, die sich keiner zu stellen traut.

BIM-Daten und das Recht: Wem gehört das BIM-Modell?

BIM, die dafür erstellten Modelle und zugehörigen Daten werfen rechtliche Fragen auf. Diese sollten von Anfang an geklärt sein, damit Bauprojekte nicht wegen fehlender Einwilligungen blockiert werden. Wir beantworten die wichtigsten rechtlichen Fragen rund um BIM-Daten.

Startups, mit denen Sie bei BIM so richtig in Fahrt kommen

BIM verändert das Bauwesen. Doch die Entwicklung steht noch am Anfang. Deswegen ist jetzt der richtige Zeitpunkt, sich die richtigen Expertinnen und Experten ins Boot zu holen. Wir stellen 5 BIM-Startups vor.

Digitalisierung von Ingenieurbüros: Wie die mangelnde Nachfrage der Einführung von BIM im Weg steht

Obwohl die Verwendung von Building Informationen Modeling (BIM) ab dem Jahr 2023 für den öffentlichen Hochbau verpflichtend ist, nutzen erst zu wenige Architekten und Ingenieure die neue Methode. Dies liegt im Wesentlichen daran, dass eine zu geringe Nachfrage bei den Bauherren besteht. Außerdem ist der Aufwand für den Einsatz von BIM für die Planer durch die Honorarordnung kaum abbildbar. So erscheint eine Novellierung für die stärkere Etablierung der Digitalisierung notwendig.

Warum jetzt der beste Zeitpunkt für eine BIM-Manager Ausbildung ist

Das Building Information Modeling (BIM) transformiert Architektur, Ingenieur- und Bauwesen. Mithilfe von Software werden Gebäude effizienter geplant, realisiert und bewirtschaftet. Verantwortlich dafür sind BIM-Manager. Wir erklären, warum jetzt der optimale Zeitpunkt für eine BIM-Manager Ausbildung ist.

5 Gründe, warum Open BIM das „Next Big Thing“ ist

BIM eröffnet dem Bauwesen neue Möglichkeiten, um Bauprojekte effizient und qualitativ hochwertig zu planen und zu realisieren. Open BIM bietet den verschiedenen Akteuren dabei das beste offene System für einen reibungslosen Austausch von Daten und Informationen.

Neue Bröschüre: BIM-Leitfaden Hochbau Bayern

Während digitale Planungsmethoden seit Jahrzehnten etabliert sind, haben sich viele Arbeitsprozesse im Bau und Betrieb öffentlicher Bauvorhaben nicht grundlegend verändert. Mit der Etablierung von „Building Information Modeling“, kurz BIM, als Standardmethode für das Planen, Bauen und Betreiben von Gebäuden, Bauwerken und Infrastruktureinrichtungen soll sich das wandeln.

Was ist eigentlich das BIM-Portal? Inga Stein-Barthelmes im Interview

Am 11. Oktober 2022 wurde das BIM Portal des Bundes freigeschaltet, das die Einführung der Methode Building Information Modeling unterstützen und vorantreiben soll und von der planen-bauen 4.0 GmbH betrieben wird. Am 13. Dezember folgt mit dem Auftakt-Dialog-Forum ein Online-Seminar, in dem die einzelnen Elemente des BIM-Portals vorgestellt werden. Aus diesem Anlass haben wir Frau Inga Stein-Barthelmes, der Geschäftsführerin der planen-bauen 4.0 GmbH, ein paar Fragen gestellt.

BESUCHEN SIE UNS AUF

SITES.4BUILDERS

GS1_Logo
bdbau-logo
BaustoffMarkt
popularc_logo
DIN_Logo
Logo_bimswarm
blackprint_Logo_pioneering
intecplan_Logo
SPACIFIC_Claim_white_logo _-_green_background

DATES.4BUILDERS

07
Feb 23
CAFM UND BIM – DER DIGITALE ZWILLING IM GEBÄUDEBETRIEB
Veranstalter: Keßler Real Estate Solutions GmbH
07. Feb 23
CAFM UND BIM – DER DIGITALE ZWILLING IM GEBÄUDEBETRIEB
Veranstaltungsart: Webinar
Veranstalter: Keßler Real Estate Solutions GmbH
27
Feb 23
- 28
Feb 23
BIM Basiswissen
Veranstalter: RM Solutions
27. Feb 23
- 28. Feb 23
BIM Basiswissen
Veranstaltungsart: Fortbildung
Veranstalter: RM Solutions
03
Mai 23
- 05
Mai 23
20. FAMOS User Forum
Veranstalter: Keßler Real Estate Solutions GmbH
Ort: Leipzig
Ort: Leipzig
03. Mai 23
- 05. Mai 23
20. FAMOS User Forum
Veranstaltungsart: Tagung, Schulung, Workshop
Veranstalter: Keßler Real Estate Solutions GmbH
Ort: Leipzig
Ort: Leipzig
08
Mai 23
- 09
Mai 23
BIM Basiswissen
Veranstalter: RM Solutions
08. Mai 23
- 09. Mai 23
BIM Basiswissen
Veranstaltungsart: Fortbildung
Veranstalter: RM Solutions
09
Mai 23
- 11
Mai 23
TECH IN CONSTRUCTION 2023
Veranstalter: Beyondbricks Media UG
Ort: Berlin
09. Mai 23
- 11. Mai 23
TECH IN CONSTRUCTION 2023
Veranstalter: Beyondbricks Media UG
Ort: Berlin

LESEEMPFEHLUNG

Was ich bisher über BIM nicht zu fragen gewagt habe

BIM-Daten und das Recht: Wem gehört das BIM-Modell?

Was ist eigentlich das BIM-Portal? Inga Stein-Barthelmes im Interview

Ein Drohnenschwarm für Bauarbeiten und Reparaturen: Materialdruck während des Fluges

4builders.academy: "Das vermittelte Wissen bildet die Voraussetzung für die erfolgreiche Durchführung von BIM-Projekten."

NEUESTE KOMMENTARE
0
Kommentieren Sie diesen Artikel!x

Leads gewinnen mit 4builders.

In einem Online-Infotermin präsentieren wir Ihnen live die Vielfalt der 4builders-Welt und beantworten Ihre individuellen Fragen.