REAL PropTech 22: Wenn es zwischen Konzernen und StartUps knistert - ein Kommentar

REAL Prop Tech
Ein Kernthema begleitete die Veranstaltung: Datensilos und die Furcht, aus Wettbewerbsgründen, die eigenen Daten nicht für einen gemeinsamen Standard offen zu legen. Foto: 4builders/Rene Majer
Und da ist er wieder: Dieser Funke der Inspiration, wenn ein Event die richtigen Menschen zusammenbringt. Auf der REAL PropTech 22 geschah am 07. Und 08. September in skurriler und kunterbunter Atmosphäre des Frankfurter Fortuna Irgendwo genau das.

AUF EINEN BLICK

  • Die Herausforderung besteht für die großen Etablierten darin, geeignete junge Wilde für Ihr Serviceportfolio zu identifizieren und effektiv anzubinden
  • Die Immobilienwirtschaft ist aus sich heraus zu langsam für digitale Innovationen.
  • Datensilos und die Furcht, aus Wettbewerbsgründen, die eigenen Daten nicht für einen gemeinsamen Standard offen zu legen behindern.

Was sich in der Agenda der Veranstaltung jung, wild, abenteuerlustig laß, bewahrheitete sich auf den zwei größeren Bühnen der Veranstaltung schnell. Die REAL PropTech macht etwas anders. Sie denkt nicht (nur) in Fachbeiträgen. Sie will ihr Publikum mitnehmen. Dazu greift sie auch zu ungewöhnlichen Formaten wie einer Adaption von „Zimmer Frei“ mit Nico Kramp, assetbird GmbH, Andreas Muschter, Zech Group SE, Lea Hermanns, Poha House Holding GmbH und Miriam Beul, Agentur Miriam Beul. Edutaiment in Reinform.

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PropTechs und Corporates: Arroganz und Liebe auf beiden Seiten

Doch natürlich gab es auch einiges zu erfahren. So schildert Michael Lange, CDO, Apleona eindrucksvoll, wie in der Immobilienbranche beim Thema Innovation Welten aufeinandertreffen, die aber nicht ohneeinander können:

Auf beiden Seiten herrscht eine Arroganz. Die Corporates der Wohnungswirtschaft helfen – entgegen eigener Meinung – mit etablierten Prozessen und Geschäftsmodellen nicht zwangsläufig der agilen und vor allem schnellen Entwicklung vieler PropTechs. Gleichwohl müssen sich PropTechs, mit über 600 in Deutschland allein, klar machen, dass Sie aus Perspektive der Konzerne nur einen kleinen Teil des gesamten eigenen Leistungsportfolios abdecken. Die Use Cases von Proptechs sind oftmals sehr „Nische“. Die Herausforderung besteht für die großen Etablierten darin, geeignete junge Wilde für Ihr Serviceportfolio zu identifizieren und effektiv anzubinden: Durch Akquisition oder Inanspruchnahme der Leistung mit möglichst reibungsloser Implementation in bestehende Vertragsmodelle. Nahtlose Einbettung statt Mitvertrieb ist hier gefragt und fordert die Branche.

Auf der anderen Seite muss die Immobilienwirtschaft erkennen, dass sie aus sich heraus zu langsam für digitale Innovationen ist. Sie brauchen die Geschwindigkeit der PropTechs, aber sie brauchen auch die Fehlerkultur. Denn es war auf der REAL PropTech einhellige Meinung, dass es genau daran in vielen etablierten Unternehmen mangelt: Es fehlt an Mut und Bereitschaft, in neues zu investieren und dabei Fehler machen zu dürfen.

Foto: 4builders/Rene Majer

Datensilos: Wenn der Wettbewerb den Fortschritt hindert

Ein weiteres Kernthema begleitete die Veranstaltung: Datensilos und die Furcht, aus Wettbewerbsgründen, die eigenen Daten nicht für einen gemeinsamen Standard offen zu legen. Matthias Hartmann, Techem berichtet wie er sein Unternehmen auf digitalen Kurs gebracht hat: Durch unbedingte Orientierung auf das Ergebnis. So wurde aus dem „Messdienstleister“ der Digitalisierer der Energiewende – mit allem was dazu gehört. Für Matthias Hartmann bedeutete das auch, auf Open Metering Systems (OMS) als offenen Standard zu setzen und Datensilos aufzubrechen.

Doch was es dazu konkret braucht, ist Klarheit über die Eigentümerschaft der Daten, so der Zentrale Immobilienausschuss ZIA e.V., vertreten durch Aygül Özkan. Bis diese geklärt ist, wird die eingangs erwähnter Sorge des Wettbewerbs vorherrschen.

Mit Ihrer PropTech Plattform geht Aygül Özkan in den Dialog mit der Regierung und formulierte 12 Forderungen der PropTechs an die Zukunft. Im Übrigen lohnt es sich, einen Blick in das Netzwerk zu werfen und selbst Teil der Welle zu werden: https://zia-deutschland.de/proptech-plattform

Zwischen diesen und vielen weiteren spannenden Einblicken in die Branche gab es immer wieder hervorragende Optionen zum Netzwerken, bei Drees & Sommer auch einfach einmal Tischtennis zu spielen oder Robotern wie dem Kenter Next bei der Arbeit zuzuschauen.

Mit der REAL Proptech schuf blackprint auch dieses Jahr wieder ein mehr als gelungenes wildes, interessantes und inspirierendes Netzwerk-Event, auf das es sich auch im nächsten Jahr lohnen wird, vor Ort zu sein.

An Innovation und Redebedarf mangelt es der PropTech-Branche mit Sicherheit nicht.

Der Eventkalender der digitalen Baubranche – Fortbildung. Netzwerk. Branchenhighlights. Events.

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Autor/Autorin

Maurizio Philippy
Maurizio Philippy ist Geschäftsbereichsleiter der RM Solutions bei der Verlagsgesellschaft Rudolf Müller in Köln. Er ist Spezialist für Produkt-Management, E-Commerce und Online Marketing sowie Influencer Marketing.

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