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Was ist eigentlich das BIM-Portal? Inga Stein-Barthelmes im Interview

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Am 11. Oktober 2022 wurde das BIM Portal des Bundes freigeschaltet, das die Einführung der Methode Building Information Modeling unterstützen und vorantreiben soll und von der planen-bauen 4.0 GmbH betrieben wird. Am 13. Dezember folgt mit dem Auftakt-Dialog-Forum ein Online-Seminar, in dem die einzelnen Elemente des BIM-Portals vorgestellt werden. Aus diesem Anlass haben wir Frau Inga Stein-Barthelmes, der Geschäftsführerin der planen-bauen 4.0 GmbH, ein paar Fragen gestellt.

Das BIM Portal kommt – den Leser erwartet ein spannendes Großprojekt, welches im Rahmen des Auftakt-Dialogforum zum BIM-Portal des Bundes am 13. Dezember 2022 als Online-Seminar vertiefend vorgestellt wird.

4builders. konnte exklusiv vorab mit Frau Stein-Barthelmes hierzu sprechen und weitere Einblicke in das Portal erhalten.

Können Sie in kurzen Worten schildern, was das BIM-Portal ist und was es bezweckt?

Das BIM-Portal unterstützt sowohl öffentliche Auftraggeber als auch deren Auftragnehmer bei der Ausschreibung und Vergabe von Leistungen. Hierzu können verschiedene Vorlagen und Werkzeuge genutzt, aber auch Inhalte bedarfsgerecht erstellt werden.

Auftragnehmer der öffentlichen Auftraggeber können sich über das BIM-Portal zu Merkmalen, Merkmalsgruppen, AIA-Vorlagen, Objektvorlagen und Prüfregeln des Auftragnehmers informieren.

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Was wird auf dem BIM Portal bereitgestellt und wozu kann ich es nutzen?

Das BIM-Portal wird nach seiner Fertigstellung verschiedene Module für die unterschiedlichen Aufgaben der einzelnen Akteure bereitstellen. Diese Module sind das Modul Merkmale, das AIA-Modul, das Modul Objektvorlagen und das Modul Prüfwerkzeuge.

In der ersten Stufe finden Nutzer im Modul Merkmale des BIM-Portals eine strukturierte und abgestimmte Wissensbasis für wichtige Informationen im Bauwesen. Diese wird benötigt, um darauf aufbauend detaillierte Auftraggeber-Informationsanforderungen (AIA) oder allgemein Informationsanforderungen für den Datenaustausch im Kontext von Building Information Modeling (BIM) zu definieren.

Das mit der zweiten Stufe in 2023 freigeschaltete AIA-Modul des BIM-Portals bietet Unterstützung über den gesamten Prozess von Erstellung bis zur Veröffentlichung von Auftraggeber-Informationsanforderungen (AIA). Um die Erstellung einfach und übersichtlich zu gestalten, werden AIA-Vorlagen mit editierbaren, vorgefertigten Textblöcken und LOIN-Anhängen zur Verfügung gestellt.

Mit Hilfe des Moduls Objektvorlagen des BIM-Portals werden Objektvorlagen strukturiert und in einem neutralen Datenformat zur Verfügung gestellt. Die Bereitstellung von maschinenlesbaren Objektvorlagen erleichtert die Modellerstellung durch die einzelnen Auftragnehmer deutlich.

Über das Modul Prüfwerkzeuge wird schließlich eine Software zur Verfügung gestellt, mit der die gelieferten digitalen Bauwerksmodelle auf Erfüllung der in den Informationsanforderungen definierten Vorgaben überprüft werden können.

Die Startoberfläche des BIM-Portals

Wie geht es weiter und hinsichtlich der fachlichen Vernetzung der Akteure?

Als erste Stufe wurde im Juli 2022 der Pilotbetrieb mit dem Modul Merkmale gestartet und mit der fachlichen Befüllung mit Merkmalen und Merkmalsgruppen begonnen. Diese Informationselemente bilden die Basis zur Beschreibung der Anforderungen an die Bauwerksmodellierung und stellen als Teil einer projektspezifischen AIA sicher, dass das nach der Beauftragung einer konkreten Planungsleistung unter Einsatz der BIM-Methode gelieferte Bauwerksmodell zur Abnahme der Leistung gegen die Anforderungen des Auftraggebers geprüft werden kann. Die Freischaltung des BIM-Portals im Internet mit einer vorbefüllten Merkmalsdatenbank erfolgt am 11. Oktober 2022.

Die Inbetriebnahme des AIA-Moduls ist Anfang 2023 vorgesehen. Parallel zum Start des Pilotbetriebes hat die „Fachliche Pflegestelle“ des BIM-Portals ihre Arbeit aufgenommen. Diese hat vorrangig die Aufgabe sicherzustellen, dass eine fachübergreifende Harmonisierung und Erstellung der von den Fachbereichen Straße, Wasserstraße, Schiene und Hochbau benötigten Informationselementen erfolgt, Doppelarbeiten vermieden und das BIM-Portal entsprechend der Bedarfe der Nutzer weiterentwickelt wird.

Die Verantwortlichkeit der inhaltlichen Arbeiten obliegt hierbei den Fachbereichen. Die dort verorteten Fachexperten verfügen über die notwendige bautechnische Expertise zur anforderungsgerechten Definition der benötigten Informationselemente und Prüfung des Anpassungsbedarfs in Bezug auf bautechnische Vorschriften.

Was sind die Aufgaben der Pflegestelle?

Die Erarbeitung strukturierter Informationsanforderungen für alle Bauwerkstypen und über alle Projektlebenszyklusphasen hinweg ist eine große Herausforderung, die nur unter Mitwirkung der gesamten Wertschöpfungskette im Bauwesen erreicht werden kann. Dabei soll weitestgehend auf bestehende Fachkompetenzen und vorhanden Vorarbeiten aufgesetzt werden. Daher ist das BIM-Portal über die Inhaltliche Arbeit der fachlichen Pflegestelle des Bundes hinaus als offene Plattform konzeptioniert, welche von allen Akteuren der Wertschöpfungskette Bau genutzt und ergänzt werden kann. Neben der Möglichkeit Vorschläge und Kommentare zu einzelnen vorhandenen Inhalten einzureichen, können auch Dritte Vorlagen und Datenkataloge bereitstellen. Dies können z.B. kommunale Auftraggeber, Kammern, Verbände und andere Organisationen sein.

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Zur Person

Inga Stein-Barthelmes
Dipl.-Volkswirtin Inga Stein-Barthelmes
Geschäftsführerin
planen-bauen 4.0 GmbH
Nach ihrem Studium der Volkswirtschaftslehre an der Universität Potsdam startete Frau Stein-Barthelmes ihre Karriere beim Bundesverband der Deutschen Industrie e.V. als Referentin für die Abteilung Mittelstand und Familienunternehmen, wo sie bis März 2011 tätig war. 2011 wechselte sie von dort in die Bundesarchitektenkammer e.V., wo sie als Referatsleiterin für nationale und internationale Wirtschaftspolitik sowie für den Verwaltungsbereich Finanzen zuständig war. Ab 2012 übernahm sie zusätzlich die Position der Geschäftsführerin bei der D.A.V.I.D. GmbH, einer 100%igen Tochter der Bundesarchitektenkammer e.V. und war zuständig für die Budgetverwaltung, das Controlling, die Aufstellung und Umsetzung des Haushaltes sowie die Erstellung des Jahresabschlusses. Gleichzeitig war sie als Mitglied bei internen und externen Gremien vertreten. Im September 2018 wechselte sie zum Hauptverband der Deutschen Bauindustrie e.V.. Dort baute sie den neuen Geschäftsbereich Politik, Kommunikation und Presse auf. Seit dem 01.09.2021 ist sie Geschäftsführerin der planen-bauen 4.0 GmbH.

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